Marina

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Ich war schon immer ein äussert freiheitsliebender Mensch. Schon als kleines Kind wollte ich alles selber machen und testete mich aus. Ein typisches Mädchen war ich definitiv noch nie und ich interessierte mich schon früh für das Handwerk und merkte, dass mich etwas in die Ferne zog. In meiner Familie war Reisen absolut kein Themas, weshalb es für meine Eltern eher befremdlich war, als ich während meiner Gymnasiumzeit ein Austauschjahr machen wollte. Nach langem hin und her entschied ich mich für Südamerika, obwohl ich weder die Sprache, noch die Kultur kannte. Da ich vorher noch nie wirklich gereist war, drehte ich kurz vor dem Abflug, als damals 17-Jährige fast durch. Ich fragte mich oft, was mit mir nicht stimmte, dass ich so etwas mache. Das Schicksal führte mich nach San Juan in Argentinien, wo ich das Glück hatte, in eine wundervolle und liebevolle Gastfamilie zu kommen, die ich noch heute als meine Familie bezeichne und immernoch einen sehr engen Kontakt pflege. Nach zwei Wochen war ich angekommen und wäre nicht wieder zurück gegangen, hätte ich nicht die Schule zu Ende machen müssen.

Nach dieser Erfahrung war für mich klar, ich muss die Welt entdecken und irgendwann werde ich nach Argentinien, meiner Heimat zurück kehren. Durch den neu erhaltenen Blick auf das Leben, meine Kultur, die Menschen in der Schweiz und unseren Wohlstand bin ich nie wieder richtig in der Schweiz angekommen. Trotzdem bin ich sehr froh, als Schweizerin geboren worden zu sein. Ich habe viele Möglichkeiten, von denen in anderen Ländern nur geträumt werden kann. Ich kann hier arbeiten, Geld sparen und dann meine Träume verwirklichen.

Meine Art zu reisen entdeckte ich aber erst einige Jahre später. Nach meiner Ausbildung als Schreinerin hatte ich einige Woche Ferien und wusste nicht so recht, was damit machen. Einen Monat vorher hatte ich die Motorradprüfung bestanden und somit kam ich auf die Idee, einen Freund in Wien zu besuchen. Ich gönnte mir 3 Tage und fuhr durchs schöne Südtirol nach Wien. Mit diesem kurzen Trip erwachte meine Freude zum Motorradreisen. Es ist für mich das Schönste, draussen zu sein und die Natur und den Fahrtwind zu spüren. Ich überredete Rino und einen weiteren Freund das Jahr drauf eine grössere Tour durch Italien, Frankreich und Spanien zu machen. Seither erkunde ich Europa mit dem Motorrad und hoffentlich auch bald den Rest der Welt.

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