Chile 2021

erster Reisemonat

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Pausen sollte man stets im Schatten machen.

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Rino hat versucht zu fischen, aber leider nichts gefangen.

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Nach über 4 Wochen in Casablanca war es nun an der Zeit weiter zu ziehen und dies traf sich sehr gut mit den Lockerungen der Corona Einschränkungen. Unsere Motorräder waren einige Wochen vorher angekommen und nun war es endlich an der Zeit loszufahren und uns ins Abenteuer zu stürzen. Ziel war vorerst einmal die Region Coquimbo (nördlich von der Region Valparaiso, wo wir bis jetzt waren). Als wir los fuhren waren wir sehr nervös, da sich viele Orte in unserer Region noch in Quarantäne befanden und wir nicht so richtig wussten, wie mit all den Beschränkungen und Regeln umzugehen. Wir schafften es aber erfolgreich sämtliche Kontrollen zu umfahren und fanden einen super Wildcamping Platz an der Regionsgrenze zu Coquimbo.

 

Am nächsten Tag fuhren wir über die Regionsgrenze und fanden uns schnell auf einer Schotterstrasse wieder. Neben den Hauptstrassen gibt es ein fast unendliches Strassennetz an Schotterpisten, die meist recht gut unterhalten sind. Schnell bekamen wir grosse Freude an diesen Pisten und waren fast ausschliesslich darauf unterwegs. Vor einigen Jahren haben wir unsere Freude an „offroad“ (eher grobe Schotterpisten) entdeckt und wir waren nun in einem wahren Offroad-Paradies. Es machte uns riesigen Spass im Nirgendwo unterwegs zu sein und wir verbesserten täglich unsere Offroad-Fähigkeiten. Auch nach Zeltplätzen mussten wir nicht suchen, da wir an so vielen wunderschönen Campingspots im Nirgendwo vorbei kamen. Meist waren sie direkt neben den Schotterstrassen auf einem Hügel. Es fuhren so gut wie keine Autos vorbei und die Aussicht war jedes Mal atemberaubend! Die Landschaft in der Region Coquimbo ist stark von den Andenausläufern geprägt. Ein Paradies für Motorradfahrer! Aber nicht nur die Schotterstrassen, sondern auch die Natur dieser Region faszinierte uns extrem. Weit im Norden Chiles befindet sich die Wüste Atacama und schon in der Region Coquimbo konnten wir das trockene Wüstenklima spüren. Alles war staubig, trocken und braun. Die Vegetation bestand meistens aus einigen Büschen und eventuell ein paar Bäumen und Kakteen. Da dies ein Klima ist, an das wir nicht gewohnt sind, waren wir absolut fasziniert. Nachts hatten wir meist Besuch von einigen Füchsen, die um unser Zelt geschlichen sind. An einem Morgen fanden wir einen Fuchs nur wenige Meter weit weg von uns neben einem Busch liegen und uns beobachten. Auch als wir näher kamen für einige Fotos, bewegte er sich nicht und liess sich gerne fotografieren.

 

Leider hatten wir ein Problemchen bei Rinos Motorrad ein wenig hinausgeschoben und dies begann immer mehr zu einem grossen Problem zu werden. Die Dichtung zwischen dem Kardan-Antrieb und Getriebe war undicht und Rino musste jeden zweiten Tag fast 3dl Öl nachfüllen. Also entschieden wir uns, den nächsten BMW-Händler aufzusuchen, der sich in der Stadt La Serena befand. Dieser hatte keine Dichtung an Lager und verwies uns an den Haupthändler in Santiago.

 

Danach ging es weiter ins Valle de Elqui, was wahrscheinlich die Hauptattraktion in dieser Region ist. Es ist ein Tal, an dem sich ein Stausee befindet. Es war etwas schwer, dort einen Wildcamping Platz zu finden und so fuhren wir in ein Seitental Richtung Norden, an dem sich eine Mine nach der anderen reiht. Das Valle de Elqui ist bekannt für den eindrucksvollen Sternenhimmel. Es ist eine der wenigen Regionen auf dieser Welt, die einen so reinen Nachthimmel aufweisen, sodass man unendlich viele Sterne sehen kann. In dieser Region (Chile und Argentinien) befinden sich einige der wichtigsten Sternwarten auf der Südhalbkugel. In dieser Nacht waren wir alleine, ohne Lichtverschmutzung und ohne Zivilisation. Und der Sternenhimmel war wirklich sehr eindrucksvoll!

 

Am nächsten Tag folgten wir weiter dem Camino de las Estrellas (Weg der Sterne) an den Anden entlang Richtung Süden und besuchten auf einer Alpacafarm einen Motorradfahrer-Freund Markus (@ride_hard_and_travel_gentle) aus Österreich. Er war derzeit schon seit über einem Jahr in Chile und hatte auf der Alpaca Farm sein Basislager aufgeschlagen. Durch die Corona Pandemie sass er lange dort fest. Er zeigte uns die Farm und die Tiere, vor allem aber auch Amadeus, das blinde Baby-Alpaca, das den ganzen Tag auf der Wiese spielte und sich immer über einen Spielgefährten freute. Nach zwei Nächten und viel Fleisch vom Grill und Bier verabschiedeten wir uns und fuhren weiter den Anden entlang wieder Richtung Süden, da Rinos Motorrad unbedingt in eine Werkstatt musste.

 

Wir durften uns einige Tage bei Louis (Workaway Host) in Casablanca einquartieren und brachten Rinos Motorrad nach Santiago in eine Werkstatt (dosruedas.cl). Sie wechselten die Dichtung aus und erledigten alle Arbeiten sehr pflichtbewusst und in einem Rekordtempo. Da sich Marina einen Tag zuvor einen Dorn eingefahren hatte, gab es für Mateo noch einen neuen Hinterreifen, den wir natürlich von Hand wechselten.

 

Nach dem Big Mama repariert war, fuhren wir weiter der Pazifikküste entlang nach Süden. Über unseren Instgram Account hatte sich schon vor längere Zeit Mauricio gemeldet und uns zu einem Kaffee in Pichilemu eingeladen. Pichilemu ist ein weltweit bekannter Surfer-Spot an dem schon Weltmeisterschaften ausgetragen wurden. Natürlich konnten wir so eine Einladung nicht ablehnen und so verbrachten wir einen Tag und eine Nacht bei Mauricio und seiner Familie. Zum Frühstück gab es dann auch den versprochenen Kaffee. Am nächsten Tag mussten wir natürlich noch den Surferstrand von einem Aussichtspunkt aus begutachten.

 

Je weiter Richtung Süden desto grüner wurde die Landschaft und desto besiedelter wurde es und damit kamen auch die Corona Einschränkungen zurück. Wir waren ständig auf der Suche nach Internet, um nach den neusten Corona-Einschränkungen zu suchen und den Regionen in Quarantäne aus dem Weg zu gehen. Auch die Wildcamping-Suche wurde immer schwieriger, da wir durch grossflächig bewaldete Gebiete fuhren, die im Besitz von Forstunternehmen sind. Leider sind diese Wälder nicht öffentlich zugängig und durch einen Zaun abgeschirmt. Trotzdem fanden wir einige wunderschöne Plätze, oft auch direkt am Strand.

 

Da eine heftige Regenfront auf uns zu kam, beschlossen wir die letzte Etappe etwas länger ausfallen zu lassen und auf der Autobahn möglichst schnell unser Ziel Villarrica zu erreichen. Bei strömendem Regen fuhren wir nach Villarrica und dort etwas ausserhalb auf die Husky Farm Aurora Austral (www.auroraaustral.cl), wo wir eine wunderschöne Cabaña für uns alleine bekamen mit den perfekten Parkplätzen für unsere Motorräder. Neben dem Berner Sennenhund Maia, die unsere ständige Begleiterin wurde, wohnen hier über 40 Schlittenhunde, mit denen wir zum Vulkan Villarrica fahren werden, sobald genügend Schnee vorhanden ist, um mit ihnen Schlittentouren für Touristen zu führen.