Alp

Die Alp... eine Fantasie, eine Idee, eine Vorstellung von einem schönen, einfachen Leben in und mit der Natur. Umgeben von 220 Ziegen in den Schweizer Bergen im Haslital. Die Idee ist schön, die Realität auch. Was noch dazu kommt sind extrem lange Arbeitstage, der Druck alles richtig zu machen, Gäste, das Team, das Wetter und einige Probleme. Und doch ist die Alpzeit geprägt von der Natur. Man spührt den Jahreswechel schon wenn man aufsteht. Im Juli ist es schon hell, im September noch stock dunkel. Der Käse im Spycher verändert sich bei jeder Wetteränderung, der Dunst in der Käserei auch. Ob man gemütlich in der Hütte am Feuer, oder 'gschaffig' draussen unterwegs ist, auch das verändert sich mit dem Wetter. Und die Launen der Ziegen und mit ihr der Tag als Hirte, ist je nach Wetter und Jahreszeit verschieden. Kommen dann noch die Böcke dazu, ist das Chaos perfekt. Ein Sack von Flöhe wäre einfacher zu hüten. Und doch sind abends meist alle Ziegen brav im Stall und man kann zum zweiten Mal an diesem Tag die Melkmaschine anschalten und den Tag im Stall ausklingen lassen.

Die Alp wird leider häufig romantisiert. Man stellt sich die Alpenidylle mit dem Hirten mit dem Strohhalm auf der Wiese liegend vor. Die Realität sieht meist anderst aus. Älper zu sein bedeutet richtig hart zu arbeiten, bei jedem Wetter draussen zu sein, 100 Tage am Stück um 5 Uhr aufzustehen und bis spät abends zu arbeiten, ohne auch nur einen Tag frei zu haben. Man muss sich auf fremde Tiere einlassen, verarzten, versorgen und hoffen, dass es allen gut geht. Man muss Milch irgendwie zu Käse verarbeiten und je nach Einrichtung und Milchqualität das beste aus dem Vorhandenen zaubern, aber wehe der Käse wird nicht gut! Man muss im Team arbeiten, ob man gut auskommt oder nicht und man muss nicht nur im Team arbeiten, sondern gleichzeitig auch noch leben und das meist auf engstem Raum. Die Alp ist auf jeden Fall schön und lehrreich und vor streng. Es gilt die persönlichen Grenzen auszutesten und manchmal auch einfach durchzuhalten. Aber warum machen Älpler das? Warum nimmt man das auf sich? Ich habe mir diese Frage schon sehr häufig und vor allem immer wieder gestellt. Die Antworten waren je nach Situation sehr verschieden. Der Hauptgrund warum wir die Alp gemacht haben, war die Freude etwas neues auszuprobieren und etwas neues zu wagen. Im Wissen, dass es nicht einfach werden wird, haben wir uns hinein gestürzt. Und wir haben viel gelernt, viel mitgenommen, viele schöne Momente erlebt und viel über uns heraus gefunden. Die Alp lehrt sehr viel, wenn man sich die Zeit nimmt zuzuhören und anzunehmen.

Vorbereitung:

Wir waren im März zwei Wochen in Ettenau (A) in einem Praktikum bei Arno und Theresa, wo wir das wichigste über die Ziegen, deren Pflege und das Melken, wie auch die Käseherstellung lernen durften. Er war eine mega spannende Zeit und wir hatten viel Spass. Sicher waren wir nicht das letzte Mal bei Ihnen. Wenn ihr mal in der Region seid, besucht sie doch (sie haben einen Hofladen mit vorzüglichen Produkten) und überbringt liebe Grüsse von uns. Vielen Dank an Arno und Teresa!

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